Muslimen begegnen - verstehen - lieben

Das Thema der ersten CM Konferenz «Muslimen begegnen – verstehen – lieben» drückt den Kern des Evangeliums aus: Gott ist uns begegnet, darum haben wir ihn kennen gelernt. – Gott ist Mensch geworden, darum kann er uns verstehen. – Gott hat uns geliebt und am Kreuz dies zum Ausdruck gebracht. Diese drei Grundthemen der Geschichte Gottes mit den Menschen soll unsere Haltung und Triebfeder in der Begegnung mit Muslimen sein!

Muslimen begegnen

Gott macht immer den ersten Schritt auf uns zu. Seine Suche nach dem Menschen Adam, der sich vor ihm versteckt hatte, zeigt, dass Gott die Begegnung mit dem Menschen sucht.1 Gott hat den Menschen zuerst geliebt, als dieser noch Feind war.2 Er sandte Christus in sein Eigentum, obwohl er wusste, dass dies das Leben seines Sohnes kosten wird.3 Gott hat sich während der ganzen Menschheitsgeschichte dem Menschen erbarmt und immer wieder Zeichen seiner Liebe und seines Heilswillens gezeigt.4

Menschen begegnen

Er lässt sich von den Umständen und Gepflogenheiten nicht abhalten. Ob Menschen mit einem moralisch fragwürdigen Lebensstil oder Gelehrte des Judentums, er begegnete ihnen auf ihrer Ebene, in ihren Umständen und in einer Haltung des Respekts und Würde.6 Christus sieht den Menschen nicht in erster Linie als Teil einer Religion oder Kultur, sondern er sieht sie als seine Geschöpfe und vor allem als Geliebte. Er sieht, was die Menschen sein werden, wenn sie ihm begegnet sind. Er weiss um die verändernde und erneuernde Kraft der Begegnung mit seinem Vater.7 So wie Gott uns in Christus begegnet, wollen wir unseren muslimischen Nachbarn und Freunden begegnen. Bewegt von der Hoffnung in Christus für Menschen aus allen Teilen dieser Welt.8 Mir ist bewusst, dass der erste Schritt zur Begegnung für viele Menschen immer der schwierigste ist. Was uns helfen kann ist die Perspektive, dass Gott auch den ersten Schritt gemacht hat. Keiner von uns wäre ihm begegnet, hätte er nicht den ersten Schritt gewagt!9

Muslime verstehen

«Mache es wie Gott – werde Mensch»! In dieser Randbemerkung einer Predigt verbirgt sich viel Wahres. Christus wurde Mensch, um uns mit sich selbst zu versöhnen.10 Er erniedrigte sich selbst und nahm Menschengestalt an.11 Er litt und musste durch das Leiden gehorsam lernen.12 Er lernte die Versuchungen des Menschseins kennen und überwand sie. Er hungerte, dürstete, weinte, fürchtete sich und starb!13 Ganz Mensch! Er widerstand der religiösen Scheinwelt und wehrte sich gegen die Religion schlecht hin. Geistliches Leben waren für ihn nicht Formen, Normen und religiöse Handlungen, sondern die echte Beziehung zwischen Gott und dem Menschen – und den Menschen unter sich.14 Während sich Christus erniedrigen musste, um Mensch zu sein, müssen wir uns meist «nur» von unserer vermeintlich besseren Religion, Kultur und nationalen Identität auf die gleiche Ebene mit unseren muslimischen Mitmenschen einlassen. Denn es wird uns von unserem Hintergrund her kaum möglich sein, Muslime in ihren Welt- und Wertvorstellungen zu verstehen. Verstehen lernen können wir sie aber da, wo wir Begegnung auf gleicher Augenhöhe, von Mensch zu Mensch, von Sünder zu Sünder wagen. Wir haben ihnen nichts zu bringen ausser uns selbst und dass Christus in uns ist. Muslime verstehen heisst, sie in erster Linie als Menschen mit gleichen Bedürfnissen, Schwierigkeiten, Ängsten und Sorgen zu begreifen. Wenn wir Muslime primär als Mitglieder eines religiösen Systems begreifen, dann reden wir am Menschen vorbei. Selbstverständlich ist der Glaube für die allermeisten Muslime ein zentrales und bedeutendes Element in ihrem Leben. Je mehr wir dieses System in Frage stellen, desto mehr werden sie sich darauf berufen. Wenn wir aber Muslime auf der Suche nach einem sinn- und werterfüllten Leben verstehen, dann kommen wir dem Herzen Gottes näher. Gott liebt den Menschen, er erlöst den Menschen, und er gibt dem Menschen Sinn und Wert. Diese Grundaussagen des Evangeliums suchen auch die Menschen muslimischen Glaubens – und dies können wir verstehen.

Muslime lieben

Gottes Liebe für die Welt hat Christus mit dem Leben bezahlt.15 Die Liebe in der Bibel ist nicht einfach eine Emotion, von welcher wir überwältigt werden, sondern ein Ausdruck unseres Willens, unseres Herzens und unseres Verstandes.16 Christus hat die Liebe zu ihm an den Gehorsam seinen Geboten gegenüber festgemacht. Gott zu lieben ist nicht eine Frage der Emotion, sondern eine Frage der Entscheidung unseres Herzens. Dies hört sich möglicherweise etwas abstrakt an, doch wenn wir das Hohelied der Liebe lesen, dann merken wir, wie wenig Emotion Paulus in diesen Lobgesang der Liebe hineingelegt hat.17 Menschen zu lieben, die uns nahe stehen, ist keine Kunst, aber die Kraft der Gottes-Liebe reicht weit über die menschen-mögliche Liebe hinaus.18 Christus fordert uns gleich mehrfach heraus, die menschliche Liebe mit der Agape-Liebe zu überwinden. Die menschliche Liebe entscheidet sich auf der Basis der Sympathie, der Gemeinsamkeiten und der Rücksichtnahme. Gottes Liebe auf der Basis, dass wir zuerst geliebt worden sind.19 Die Liebe Gottes, welche in unsere Herzen gegossen ist, überwindet Grenzen und Vorurteile, geht die zweite Meile, verzichtet auf das eigene Recht. Wer die Liebe Gottes in sich hat, lässt sein Leben nicht nur für Freunde, sondern auch für die Feinde.20 Muslime sind nicht unsere Feinde – auch wenn sie den Gekreuzigten als solchen ablehnen. Sie sind Ursache und Ziel der Liebe Gottes. Alle Menschen, welche den Gekreuzigten ablehnen, sind «Feinde des Evangeliums»21, aber gerade für diese ist Christus gestorben. Muslime zu lieben ist nicht ein Kraftakt menschlichen Willens, sondern das beschenkt werden von Gott mit seiner Perspektive, seiner Sicht, seiner Leidenschaft für den Menschen. Muslime zu lieben heisst, ihnen zu begegnen, sie zu verstehen und auf jede erdenkliche Art seine Liebe in Christus ihnen zu zeigen.

  1. Gen 3,9
  2. Röm 5,9
  3. Joh 1,11ff
  4. Hebr 1,1
  5. Joh 4,18.27
  6. Joh 3 & 4
  7. Mt 4,19
  8. Kol 1,27
  9. Joh 6,44
  10. 2. Kor 19
  11. Phil 2,6ff
  12. Hebr 5,8
  13. 1. Kor 5
  14. Mt 22,37
  15. Joh 3,16
  16. Joh 14,23
  17. 1. Kor 13,4ff
  18. Mt 5,20
  19. 1. Joh 4,19
  20. Joh 15,3
  21. Röm 11,28

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Veranstaltungen

Anlass / Veranstalltung Datum
Verständnis zwischen Muslimen und Christen
Von: 29.10.2011 - 19:00
Bis: 27.10.2012 - 22:00
ZamZam Institut. Ausbildung zum Muslimevangelisten
Von: 03.02.2012 - 00:00
Bis: 08.12.2012 - 17:00
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Von: 23.02.2012 - 14:00
Bis: 23.02.2012 - 17:00
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Von: 06.03.2012 - 19:30
Bis: 27.03.2012 - 21:30
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Von: 15.03.2012 - 19:00
Bis: 26.04.2012 - 21:00

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