Begegnungen - die Hoffnung schenken
von Stephan
Wie gehen wir mit Emotionen um, die uns überrollen? Mit Trauer, Wut, Angst und manchmal sogar Hass? Gerade Menschen, die Krieg, Verfolgung und Flucht erlebt haben, tragen diese Gefühle oft tief in sich. Doch auch wir, die ihnen begegnen, stehen vor Fragen: Was sage ich als Freund? Wie kann ich ermutigen, ohne vorschnelle Antworten zu geben? Wie halte ich Schmerz mit aus, ohne ihn kleinzureden?
Ein Aprilabend in Altdorf gibt darauf eine leise, aber kraftvolle Antwort.
Ein Raum für echte Begegnung
Im Kaffee «Griänä Hüüs» treffen sich 18 Menschen aus sieben Nationen. Eingeladen hat die Organisation „Christen begegnen Muslimen“ (CM). Ziel des Abends: Austausch, Zuhören, Verstehen. Vorgestellt wird auch der Al Massira Kurs, doch im Zentrum stehen nicht Programme, sondern Menschen und ihre Geschichten.
In einer Gesprächsrunde teilen vier Teilnehmende ihre Erfahrungen. Eine Iranerin, ein junger Afghane, ein Schweizer mit langjähriger Erfahrung in der Türkei und ein weiterer Schweizer, der Geflüchtete begleitet. Feinfühlig moderiert, entsteht ein Raum, in dem Offenheit möglich wird.
Ehrlichkeit die berührt
Besonders eindrücklich spricht ein 22-jähriger Afghane über seinen inneren Kampf. Er erzählt von Zweifel, von der Suche nach Wahrheit und davon, dass er noch kein klares Bekenntnis zum christlichen Glauben ablegen kann.
Doch etwas anderes bewegt ihn zutiefst:
- Dass ihm Menschen zuhören.
- Dass sie ihn ernst nehmen.
- Dass sie ihn respektieren.
Seine Ehrlichkeit berührt alle im Raum.
Wenn Zuhören Heilung bringt
Auch eine junge Iranerin kommt zu Wort. Sie ist Christin, Mutter und tief erschüttert von den Ereignissen in ihrer Heimat. Die Gewalt, die Opfer, die Unsicherheit. All das lässt sie nicht los.
Tage nach dem Treffen beschreibt sie, was dieser Abend für sie bedeutet hat:
„Ich merkte, dass ich für andere Menschen wichtig bin. Sie suchten mit mir nach Lösungen, um mein Herz zu beruhigen und meine Sorgen zu lindern. Das war für mich sehr bedeutsam. Während des Talks zitterte meine Stimme mehrmals vor Rührung. Die Worte blieben mir im Hals stecken. Doch diese Menschen gaben mir Hoffnung. Dass sie mir zuhörten und meine unausgesprochenen Worte verstehen wollten, half mir, meine Tränen zu kontrollieren. Es war ein unvergesslicher Abend für mich. Auch in den Tagen danach ging es mir seelisch sehr gut. Ich verstand, dass ich Menschen wichtig bin – selbst dann, wenn nicht alle dieselbe Sprache sprechen.“
Ihre Worte zeigen: Es braucht nicht immer große Lösungen. Manchmal reicht echtes Zuhören, um etwas in Bewegung zu setzen.
Begegnung verändert
Was die Iranerin und der junge Afghane erlebten, spiegelte sich im ganzen Raum wider. Die Gäste gingen nicht mit fertigen Antworten nach Hause, aber reich beschenkt, ermutigt und gestärkt.
Solche Begegnungen nehmen das Leid nicht weg. Aber sie machen es tragbarer. Sie schaffen Verbindung dort, wo sonst Sprachlosigkeit herrscht. Sie erinnern daran, dass wir einander brauchen.
Vielleicht liegt genau darin etwas zutiefst Göttliches:
- Im Dasein.
- Im Zuhören.
- Im gemeinsamen Aushalten.
Denn echte Begegnung geschieht von Herz zu Herz – und genau dort beginnt Hoffnung.

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TabeaP (Freitag, 08 Mai 2026 13:27)
Seid gesegnet. Ihr Boten von Hoffnung auf Göttliches, Shalom, in unseren Diensten. Man heilt geradezu mit, beim Zuhören. Weil: Dieses göttliche Aushalten brauchen wir alle, als Menschen.
Hans Ueli (Freitag, 08 Mai 2026 18:08)
Der Bericht berührt mich sehr. Und er zeigt, wie wichtig das Miteinander und das Lernen voneinander ist. Ich wünsche euch viel Ausdauer und Entschlossenheit, noch mehr solche vernetzenden und stärkenden Anlässe zu organisieren. Seid gesegnet.
ahmad soliman (Mittwoch, 13 Mai 2026 19:07)
مرحباً
أنا من سوريا كنت مسلماً وأصبحت مسيحياً أنا وزوجتي بنعمة الرب يسوع المسيح
ان كان ممكناً أرغب في التواصل وبناء علاقات أخوية معكم
واتس اب 00963996727888
مع الاحترام والشكر لكم اخوتي في الرب يسوع المسيح